Brauchen Kinder Yoga?

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Brauchen Kinder Yoga?

Yoga für Kinder?

Ist das eine neue Methode zur Pädagogisierung von Kindern? Kinder haben doch einen natürlichen Drang, sich zu bewegen, ausreichend Fantasie, sich Geschichten auszudenken und eine naive, absichtslose und vor allen Dingen spontane Art. ihre Umwelt zu erforschen. Wozu brauchen Sie Yoga?

Die Gegenfrage lautet: Bieten wir heutzutage unseren Kindern und Jugendlichen die besten Bedingungen zur Entwicklung und Reifung zu verantwortungsvollen und sensiblen Mitgliedern unserer Gesellschaft? Haben Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft genügend Zeit und Raum entsprechend ihrer Entwicklungsstufe nach ihrem Rhythmus und ihrer (Kinder-) Kultur kindgemäß leben zu können?
Dagegen spricht, dass die Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Leistungsan-forderungen von Eltern, Schule und Gesellschaft (z.B. im Bezug zum Ausbildungsplatz und späteren Arbeitsplatz) und dem tatsächlichen Leistungsvermögen von Kindern und Jugendlichen immer weiter auseinandergeht. Wird diese Diskrepanz nicht aufgehoben und werden die Kinder und Jugendliche immer unfähiger, diese Anforderungen zu erfüllen, so führt dies zu vielfältigen Problemen und Konsequenzen. Eine Studie des bekannten Psychoanalytikers Eberhard Richter hat ergeben, dass 75% der Kinder unter Zukunftsängsten leiden. Neben den Ängsten treten Stress, Wut, Ärger, Erschöpfung, Leistungsverweigerung aufgrund von Überforderung, depressive Verstimmung bzw. Traurigkeit, Angespanntheit und Unzufriedenheit. Das alles beschreibt Marcus Stück in seinem Buch „Entspan­nungstraining mit Yogaelementen in der Schule“ sehr plausibel. Ein verstärkter Anstieg der Kriminalität unter den Vierzehnjähri­gen in den letzten Jahren ist einer der weiteren ernsten Folgen dieser Entwicklung.
Langer Video- und Fernsehkonsum, sowie exzessives Spielen am; Computer ist eine Flucht in eine Scheinwelt, da nicht die Möglichkeit nach authentischen Erleben gegeben wird. Zudem führen sie zu Bewegungsmangel und dem Eindruck des Kindes, mit seinen Gedanken und Gefühlen allein gelassen zu werden.

Eltern und professionelle Pädagogen benötigen heutzutage konstruktive und in der Schule und anderen Einrichtungen anwendbare Handlungsmodelle, die helfen, Bewegungsmangel, Stress, emotionale Verarmung und gesellschaftliche Isolation von Kindern und Jugendlichen zu beheben.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen, die Marcus Stück in den schon genannten Buch mit 9-14- jährigen Kindern durchgeführt hat, ergab, dass Yoga sich dabei bewährt, hat als“, Hilfe für Belastungen effektiv und praktikabel im Kindergarten und Schulkontext eingesetzt zu werden. „Yoga kann dem Kind helfen, mehr Selbstbewusstsein zu erlan­gen, sensibler sich selbst und seiner sozialen Umwelt gegen­über zu werden sowie mehr auf seine wahren (kindlichen) Be­dürfnisse nach Bewegung, Phantasie und Kreativität und nach authentischem und emotionalem Erleben zu hören. Da im Yoga nicht kognitive Fähigkeiten – wie in der Schule -, im Vordergrund stehen, sondern spontane und intuitive Fähigkei­ten, leistet er eine wichtige Ergänzung zur umfassenden und ganzheitlichen Erziehung des Kindes.
Die Effekte des Yoga und der (Yoga-) Meditation gehen gera­de in Richtung einer demokratischen Gesellschaft:
„Autonomie, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, innere Selbstregulation, natürliche soziale Verbundenheit und Abbau von Angst, Hemmungen, die meditativen werden weniger beeinflussbar und manipulierbar – und das scheint die beste Garantie gegen totalitäre und inhu­mane Entwicklungen.“(vgl. Schwäbisch/Siems: Selbst­entfaltung durch Meditation, S. 151).

2018-08-19T10:57:07+00:00